LIFESTYLE

Süßes mit Senf statt süßer Senf

Zugegeben: Eine Person, die überall ihren Senf dazu gibt, ist nicht gerade beliebt. Wir wollen an diesem Image arbeiten. Ein Löffel Senf hat nämlich noch niemandem geschadet! Auch nicht den Naschkatzen unter euch …

von LARA GAHLOW


Habt ihr schon mal darüber nachgedacht, wo die Redewendung „seinen Senf dazugeben“ herkommt? Wir übernehmen das für euch: Die Redewendung stammt vermutlich aus dem 17. Jahrhundert. Hier sollen Wirte zu jeder Speise Senf serviert haben – ob erwünscht oder nicht. Dieser galt nämlich als Zutat, die jedes Essen besser schmecken und kostbarer erscheinen lassen sollte. Geschichte hin oder her, an der Wirtsweisheit ist was dran! Denn die gelbe Creme verfeinert nicht nur deftige Speisen, sondern rundet auch Süßspeisen gekonnt ab. Denn: Süß und Senf, das widerspricht sich nicht per se!

Süßer Senf ist uns allen natürlich ein Begriff. Er wird im Kopf in Windeseile mit groben Körnern, Weißwurst und blau-weiß karierter Tischdecke verbunden. Dann stößt unsere Vorstellungskraft, was die Kombi aus süß und Senf angeht, jedoch bereits an ihre Grenzen. Aber sollte ein Wirt vor Hunderten von Jahren wirklich gewitzter in der Küche gewesen sein als wir? Hell no! Wir kombinieren mit Bedacht und behaupten: Senf kann das Sahne – oder eben Senfhäubchen – eines süßen Rezeptes sein. Wie so oft im Leben, kommt es nur auf die richtige Dosierung an. Aber seht selbst!

Tarte au Chocolat mit Cashew-Senf-Topping

Los geht es mit einer herrlich saftigen Tarte au Chocolat. Nein, hier versteckt sich der Senf nicht in der dunklen Schokomasse, sondern umhüllt – gemeinsam mit Honig – die Cashewnüsse on top. Während also die klassische Tarte vor schokoladiger Süße nur so strotzt, nimmt der Senf eine würzige Gegenposition ein. Dass wir hier nicht zum extra-scharfen Senf greifen, versteht sich von selbst. Vielmehr schafft der Maille Senf au Miel einen herb-süßen Ausgleich.

Pflaumenkompott mit Apfel

Doch auch zu deutschen Klassikern wie dem Pflaumenkompott mit Apfel geben wir unseren (Dijon)-Senf dazu. Wer hier noch um die Aufmerksamkeit der Zunge buhlt? Herber Portwein, ein wenig Ziegenfrischkäse und sogar Walnüsse und Thymian. Wer so vielschichtig mit Geschmäckern spielt, darf doch gerne seinen Senf dazugeben!

Vanilleparfait mit Johannisbeer-Senf-Sosse

Vanille und Senf passen zumindest farblich zusammen. Aber so einfach machen wir es uns bei diesem Vanilleparfait dann doch nicht! Viel interessanter ist es doch, der Johannisbeersoße einen pikanten Twist zu geben. Das Geschmacksergebnis - oder besser Erlebnis - lässt keine Wünsche offen: der Rotwein ist herb, die Beeren säuerlich, der Senf überrascht. Was will man mehr?

Gebackene Apfel Terrine mit Calvados

Weiter geht’s mit einem Gericht, das zunächst nach Herbst klingt, jedoch so lecker ist, dass man in den anderen drei Jahreszeiten auch nicht darauf verzichten mag. Die gebackene Apfelterrine mit Calvados kriegt seine Portion Senf aux 3 Herbes, der sich auf Anhieb mit Rosmarin und Thymian in der Terrine versteht. Denn obwohl wir mit dem Senf in süßen Speisen immer ein Kontrastprogramm spielen, lautet manchmal trotzdem die Devise: Gleich und gleich gesellt sich gern.

Süße Galette mit Aprikosen

Das ist euch dann doch zu langweilig? Kontrastreicher wird es bei der süßen Galette mit Aprikose. Denn hier stehen sich Aprikose und Senf gegenüber. Da der klassische Senf allerdings zu scharf wäre, greifen wir zum Maille Senf au Miel und verkuppeln beide Komponenten gekonnt. So wird aus den beiden Zutaten ein herrlich-französisches Tête-à-Tête.

Rotweinbirnen mit Honig-Senf-Parfait und crunchigem Topping

Zu guter Letzt werden wir nochmal richtig fancy und servieren Rotweinbirnen mit Honig-Senf-Parfait, das geborene Dessert zum feinen Dinner. Spätestens jetzt wandeln sich die irritierten Blicke eurer Freunde in wohliges Nicken, wenn ihr vom Senf im Rezept erzählt.

Sechs Rezepte später können wir euch also folgenden Rat geben: Gebt euren Senf dazu! Überall! Auch bei süßen Speisen!